Einschlafbegleitung & Selbstbestimmung




Familienbett so lange es sich für uns alle gut anfühlt!


Seit unsere Tochter ca. 9 Monate alt ist, schläft sie in unserem Bett. Und das ist für uns nach einigen Gesprächen und vielen schlaflosen Nächten meinerseits für uns als Familie die beste Entscheidung gewesen, die wir haben treffen können.

Gerade komme ich aus der Einschlafbegleitung und als sie bereits eingeschlafen war, was mittlerweile keine viertel Stunde mehr dauert, bin ich noch liegen geblieben und habe ihr beim Schlafen gelauscht.

Ich spürte tiefe Dankbarkeit hier zu liegen und diese Erfahrung zu machen.


Damals mit nur vier Monaten, hatten wir uns gedacht, jetzt müssten wir die kleine Dame ausquartieren, weil wir dann alle besser schlafen würden. Sie kam alle zwei Stunden und ich weiß, aus den Gesprächen mit vielen Eltern, dass es noch anstrengender geht, als alle zwei Stunden seinem Baby ein Milchfläschchen zu geben, was danach meist sofort weitergeschlafen hat.

Stillen, das ging lediglich vier Wochen, dann waren meine Nerven so blank gelegen, dass ich mich entschied ihr eine Flasche zu geben, das war die beste Entscheidung damals, ab diesem Zeitpunkt, war mein Baby satt und glücklich und ich zufrieden.
Damals mit nur vier Monaten, dachten wir, es wäre für uns alle besser, allerdings stoppte ich mich selbst nach drei oder vier Monaten, denn ich stand ja jede Nacht auf (außer am Wochenende) und machte alle zwei Stunden ein Fläschchen. Dann nahm ich sie auf den Arm, setze mich in unseren bequemen Stuhl im Kinderzimmer und gab ihr die warme Milch.

Im Anschluss legte ich sie wieder zurück ins Bettchen, weil sie während der letzten Schlucke bereits wieder eingeschlafen war und dann tappte ich selbst zurück ins Bett.
Ab und zu konnte ich schnell wieder einschlafen, aber irgendwann ging es los, dass ich selbst nicht mehr in den Schlaf fand. Warum ich das ganze dann doch noch lange durchgezogen habe, ist mir heute ein Rätsel, aber ich bin jetzt sehr glücklich, dass wir uns dann irgendwann einig waren, sie wieder bei uns schlafen zu lassen.

Das Einschlafen war von Geburt an kein Thema bei uns.


Sie schlief immer allein tagsüber in ihrem Körbchen / Nestchen ein. Und abends begonnen wir zeitnah, mit einem kleinen Abendritual. Dann legten wir sie in das Beistellbettchen und falls sie es noch brauchte, berührten wir sie noch ganz sanft einige Minuten. Uns war es von Anfang an wichtig, dass sie für sich selbst einen Weg zum Einschlafen fand und aus der tiefen Entspannung heraus ihre müden Augen schloss.

Wir beobachteten, dass sie in ihren unterschiedlichen Entwicklungsphasen manchmal länger zum Einschlafen brauchte, und ich erinnere mich noch daran, wie es eine lange Zeit gab, wo das Einschlafen wirklich die absolute Horrorzeit für uns war. Hier war keine Geduld, keine Ausdauer, kein Verständnis da, nach einer dreiviertel Stunde waren wir oft so genervt von dieser Einschlafbegleitung, dass wir dachten, das muss sich ändern.

Nachdem wir das Familienbett gebaut hatten, waren die Einschlafbegleitungen auch immer noch zum Teil anstrengend, aber im eigenen Bett hatte das ganze für mich persönlich oft eine andere Bedeutung, als im Kinderzimmer kniend oder sitzend diese Zeit abzusitzen, mit der ständigen Hoffnung, dass mein Kind jetzt bald eingeschlafen ist.

Ich nutze oft mein Handy und hörte Podcast Folgen, ich ging im Kopf einige Ideen & Themen für meine Eltern-Kind-Kurse durch, oder überlegte mir Geschenkideen, für bevorstehende Feiern und Feste, manchmal schlief ich auch bewusst mit ein, um mir eine Mütze Schlaf zu gönnen.

Heute da würde ich Einschlafbegleitungen die länger als eine halbe Stunde gehen wahrscheinlich abbrechen.


Denn ich würde mir mehr Zeit nehmen, mich zu fragen, was mein Kind gerade wirklich braucht, denn nach so einer langen Zeit des Herumdrehens und nicht schlafen Könnens, hätte das ein oder andere Bedürfnis vermutlich nochmal gestillt werden können.

Jetzt ist die kleine Dame vier Jahre alt und kann sich sehr gut ausdrücken. Das erleichtert das ganze sehr. Wir als Eltern sind uns einig, dass wir keine langen Einschlafbegleitungen mehr machen wollen, auch wenn uns da manchmal am Abend der Verstand erzählt, das Kind müsse aber doch JETZT schlafen, weil es doch schon spät ist.
Meist gehen wir nochmal ins Wohnzimmer. Dort signalisieren wir klar, dass für uns jetzt keine Spielezeit mehr ist, aber es immer die Möglichkeit zum Kuscheln, Essen und Trinken gibt.

Meist erledigt sich das „lange Aufbleiben“, denn die Müdigkeit kehrt schnell zurück.
Nach einer halben Stunde oder spätestens nach 45 Minuten legen wir dann auch den Rahmen fest, wenn es in Richtung 21.00 Uhr geht, dass es nun Zeit ist, sich dem Einschlafen zu widmen. Ich habe auch sehr das Gefühl, dass unsere innere Klarheit in dieser Sache dann auch noch dazu beiträgt, dass wir nun auch nur noch wenige Kompromisse eingehen wollen.



Natürlich sehen wir auch, dass sie müde ist, wir achten grundsätzlich schon darauf, ob sie Müdigkeitsanzeichen hat oder nicht und sprechen jeden Abend auch darüber, wie es sich bei ihr anfühlt, was sie noch braucht, bevor wir uns Bett fein machen gehen, damit sie auch hier Selbstbestimmung erfahren darf.

Ich liebe unser Familienbett und ich vertraue darauf, dass die kleine Dame von ganz allein irgendwann entscheidet, in ihrem eigenen Bett (was sie hat) zu schlafen!

So lange es sich für uns gut anfühlt, werden wir unser Kind so lange die Einschlafbegleitung schenken, wie sie das wünscht, braucht und sich eben auch für uns als Eltern stimmig anfühlt.

Und ich bin mir sicher, so kann jede Familie ihren ganz individuellen Weg finden, wo sich alle Familienmitglieder wohl damit fühlen.

Das wünsche ich mir gerade beim Thema Schlafen & Einschlafen auch für dich !

Von Herzen, deine